Als Sozialdemokrat*innen kämpfen wir schon immer gegen all jene, die eine Entsolidarisierung vorantreiben und den Sozialstaat zurückdrängen wollten. Die Sozialdemokratie hat den Sozialstaat miterkämpft, mitverteidigt und sollte jetzt die Kraft sein, die allen Versuchen der Spaltung offensiv entgegensteht und für die Teilhabe aller Menschen in dieser Gesellschaft eintritt. Unterstütze mit deiner Unterschrift das SPD-Mitgliederbegehren gegen die Verschärfung der Sanktionen beim Bürgergeld.
Heute haben die Fraktionen der SPD und CDU/CSU im Deutschen Bundestag mehr Sanktionen, mehr Kontrolle und weniger Weiterbildung beim Bürgergeld beschlossen. Sogar der Name kommt weg. „Neue Grundsicherung“ soll es nun heißen.
Doch dieser Name führt hinter das Licht, denn von mehr Sicherheit profitieren die Menschen im Bürgergeldbezug durch die sogenannte Reform jedenfalls nicht.
Die neue Grundverunsicherung zeichnet sich durch eine Kultur des Misstrauens aus. Immer wieder wurde in den letzten Monaten von Seiten der CDU/CSU dieses Misstrauen gegenüber Menschen im Bürgergeldbezug gesät. Die neue Grundverunsicherung trägt dazu bei, Armut zu zementieren. Die Vermittlung erhält Vorrang vor der Weiterbildung. Menschen werden genötigt, unsichere Jobs anzunehmen, wodurch sie oft innerhalb kürzester Zeit erneut im Bürgergeldbezug landen. Stattdessen können Weiterbildungen finanzielle Sicherheit und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.Stattdessen sehen sie sich mit noch härteren Sanktionen konfrontiert. Wird etwa ein Termin zum dritten Mal nicht wahrgenommen, sollen die Zahlungen komplett gestrichen werden können. Das bringt keine Sicherheit. Die Liste der Verschärfungen ist lang. Auch die Vorgaben zur Angemessenheit der Wohnung werden trotz Wohnungsnot strenger, und erarbeitetes Erspartes für Notfälle oder fürs Alter soll schneller miteinberechnet werden.
Wir finden diese Verschärfungen falsch. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten in der SPD, aber auch auf der Straße, gegen diese Verschärfungen gekämpft. Zahlreiche Genoss:innenen unterstützten unser Mitgliederbegehren, engagierten sich und organisierten Veranstaltungen. Einige Hürden konnten wir nehmen, doch leider nicht alle.
Mit dem heutigen Beschluss hat sich unser Mitgliederbegehren leider erledigt. Wir möchten uns bei allen Unterzeichne:innen und Unterstützer:innen bedanken. Denn es wird weiterhin Menschen brauchen, die sich für eine menschenwürdige Existenzsicherung einsetzen. Wir machen weiter mit unserem Engagement, und wir hoffen, dass Ihr auch!
Wir werden noch einmal richtig laut! Schnell konnte unser Mitgliederbegehren gegen die sogenannte Reform des Bürgergelds die ersten Hürden nehmen. Über 4000 Genoss:innen unterzeichneten, um deutlich zu machen, dass unsere SPD die menschenunwürdigen Kürzungen und Verschärfungen nicht mittragen kann. Doch jetzt gibt es manche, die behaupten: „Die Sache mit dem Bürgergeld ist schon durch.“ Wir sagen: Auf gar keinen Fall! Und das werden wir am 28. Februar unter dem Motto #SolidaritätStattStrafe im ganzen Bundesgebiet zeigen.
Hier findet Ihr eine laufend aktualisierte Übersicht über alle geplanten Veranstaltungen:
Online-Informationsveranstaltung: „Neue Grundsicherung im Fokus: Einordnung und Perspektiven von Betroffenen“, Donnerstag, 26. Februar, 19:00 Uhr, Webex Link auf Anfrage.
Im Mittelpunkt des Abends steht die Vorstellung der Studienergebnisse „Arbeit lohnt sich immer?! Zwischen Wollen, Sollen und Können“ sowie deren Einordnung vor dem Hintergrund der geplanten Neuen Grundsicherung.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, warum Langzeitarbeitslose trotz Fach- und Arbeitskräftemangels nur selten in den Arbeitsmarkt eintreten – und welche politischen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind.
Besonders wichtig ist uns dabei der direkte Austausch mit Betroffenen, die ihre Lebensrealität, Erfahrungen und Perspektiven selbst schildern. Die Veranstaltung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit persönlichen Berichten und eröffnet Raum für Diskussion, Reflexion und politische Lernprozesse.
Informationsveranstaltung: „Das Mitgliederbegehren zu Grundsicherung – mit Eva-Maria Weimann“, Donnerstag, 26. Februar, 18:00 Uhr, im Morgenrot, Oberanger 38, München.
Informationsveranstaltung zum Mitgliederbegehren gegen die sogenannte „Bürgergeldreform“ mit unserer Initiatorin Eva-Maria Weimann.
Demonstration: „Solidarität Statt Strafe“
28. Februar, 14:00 Uhr, Elisabeth-Scharzhaupt-Platz.
Die aktuellen Pläne der Bundesregierung erfüllen uns mit großer Sorge, da die Verschärfungen im Bürgergeld Menschen in die Armut, prekäre Beschäftigung und Wohnungslosigkeit drängen werden. Es gibt ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum. 100%-Sanktionen, wie sie aktuell geplant sind, werden diesem nicht gerecht.
Der Vermittlungsvorrang wird Menschen in prekäre Jobs drängen. Die Abschaffung der Karenzzeit beim Schonvermögen und die Kürzung des Schonvermögens erschweren es Menschen, für ihr Alter vorzusorgen. Und das sind nur einige der geplanten Änderungen.
Wir halten den Diskurs der Ausgrenzung, in dem so getan wird, dass arbeitslose Menschen selber schuld an ihrer Arbeitslosigkeit seien, für falsch. Er bedient rechte und neoliberale Narrative, denen wir uns offensiv entgegenstellen. Arbeitslosigkeit hat vielfältige Ursachen, die in der Wirtschaft zu finden sind. Menschen, die arbeitslos werden, sollten die Unterstützung der Gesellschaft finden und nicht Kontrolle und Misstrauen.
Deshalb rufen wir zu einer Demonstration am Samstag, den 28. Februar, um 14:00 Uhr am Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz vor dem Nordbahnhof mit einer Abschlusskundgebung in der Habersaatstraße auf.
AUS KRANKHEITSGRÜNDEN VORERST ABGESAGT!
Informationsveranstaltung: „Weiter mit einem Bürgergeld, das den Namen Verdient“, 23. Februar, 19:00 Uhr, Hannover, Arndstr. 20 und Online. Anmledung unter: niedersachsen-bremen@dl21.de
Gemeinsame Anreise zur zentralen Demonstration in Berlin – Donnerstag, 28. Februar, 10:00 Uhr, Erfurt.
🚨 SOLIDARITÄT STATT STRAFE! 🚨
Wir fahren zur Demo nach Berlin!
📅 Samstag, 28.2.2026
⏰ 10:00 Uhr – Treffpunkt: Rondell (Erfurter Hauptbahnhof)
📢 14:00 Uhr – Kundgebung am Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz
Mitmachen?
❤️ Mitfahren: Meld dich bei Denny (afa@demoe.de) für den Kleinbus!
❤️ Teilen! Weiterleiten an Kolleginnen & Freundinnen!
Über 4.000 SPD-Mitglieder haben innerhalb einer Woche das Mitgliederbegehren „Gegen die Entsolidarisierung“ unterzeichnet. Am Montag, den 10. November, wurde das Begehren offiziell beim Parteivorstand eingereicht.
Damit sendete die SPD-Basis ein klares Signal:
Die Sozialdemokratie darf sich nicht an einer Politik beteiligen, die Armut bestraft und Solidarität infrage stellt. Wir fordern eine sozialdemokratische Linie, die auf Vertrauen, Unterstützung und Gerechtigkeit setzt – nicht auf Druck und Sanktionen.
Doch das bedeutet auch, dass jetzt alle noch einmal anpacken müssen! Denn die Unterschriften aus den vorherigen Runden zählen nicht. Ja, es ist nervig, mehrmals hintereinander dasselbe tun zu müssen, aber so lauten die Vorgaben des Parteivorstands. Jetzt haben wir noch bis zum 23. März Zeit, um 20% zu sammeln.
Wir wissen, dass viele von der Plattform meine.spd.de abgeschreckt sind, aber wir möchten Dich bitten, dort nochmals zu unterzeichnen. Es ist auch gar nicht so kompliziert. Du suchst Deine Mitgliedsnummer und gehst auf meine.spd.de und klickst auf „anmelden“. Sofern Du noch keinen Zugang hast, klickst Du auf „Noch keinen Account“. Dort gibst Du Deinen Namen, Mailadresse und Deine Mitgliedsnummer ein und klickst auf „registrieren“. Paar Sekunden später erhältst Du eine Mail mit einem Bestätigungslink. Diesen klickst Du an und damit bist Du bei meine.spd.de angemeldet.
Danach klickst Du auf mitgliederbegehren.spd.de und kannst abstimmen.
Wir können gerade gemeinsam einen Unterschied machen. Deshalb mach bitte mit und stimme erneut ab.
Das Mitgliederbegehren fordert:
Keine Verschärfung der Sanktionen beim Bürgergeld
Erhalt von Karenzzeit und Schonvermögen
Weiterentwicklung des Bürgergeldes zu einer armutsfesten Grundsicherung
Ein klares Nein zu neoliberalen und rechtspopulistischen Forderungen
Über 4.000 Unterschriften gesammelt und eingereicht
Auf dieser/unserer Homepage wurden mehr als 4.000 Unterschriften gesammelt und erfolgreich eingereicht.
17. Dezember 2025 – Kabinettsbeschluss
Offizielle Unterschriftensammlung auf „meineSPD“
Die Sammlung lief über das Portal „meineSPD“ und wurde am 19. Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die notwendige Anzahl an Unterschriften wurde erreicht.
23. Dezember 2025 – Start des Mitgliederbegehrens
Das Mitgliederbegehren läuft bis zum 23. März 2026.
Dafür werden die Unterschriften von 20 % aller Mitglieder benötigt.
15. und 16. Januar 2026 – Erste Lesung im Bundestag
28. Januar 2026 – Einführung im Ausschuss für Arbeit und Soziales
23. Februar 2026 – Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales
4. März 2026 – Abschluss der Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales
5. und 6. März 2026 – Zweite und dritte Lesung im Bundestag
23. März 2026 – Ende des Mitgliederbegehrens
27. März 2026 – Zweiter Durchgang im Bundesrat
Mitgliederbegehren zum Bürgergeld
(Dies ist eine Pflichtfrage.)
Mitgliederbegehren
gemäß § 13 Abs. 1 Organisationsstatut der SPD
Adressiertes Organ: Parteivorstand der SPD
Entscheidungsvorschlag
Wir, die unterzeichnenden Mitglieder der SPD, beantragen gemäß § 13 Abs. 1 Organisationsstatut folgendes Mitgliederbegehren:
Frage:
Stimmst du dem nachstehenden Beschlussvorschlag zu?
Ja | Nein
Beschlussvorschlag:
Der Parteivorstand der SPD wird aufgefordert, sich gegenüber der SPD-Bundestagsfraktion und den SPD-Mitgliedern in der Bundesregierung sowie in der öffentlichen Debatte dafür einzusetzen, dass
1. keine Verschärfung der Sanktionen beim Bürgergeld erfolgt. Insbesondere ist darauf hinzuwirken,
◦ dass keine vollständige Entziehung der Leistungen sowie keine Entziehung der Kosten für Unterkunft und Heizung und der Kosten für die Krankenversicherung erfolgt
◦ dass das verfassungsrechtlich geschützte Existenzminimum nicht durch Sanktionen unterschritten wird
◦ dass Karenzzeit und Schonvermögen in der derzeit bestehenden Form erhalten bleiben und die Lebensleistung und Eigeninitiative von Leistungsberechtigten geschützt werden,
◦ dass die Regeln zur Zumutbarkeit nicht verschärft werden und keine Ausweitung von Pendelzeiten, Zwangsmaßnahmen oder vergleichbaren Verschärfungen vorgenommen werden.
2. das Bürgergeld als existenzsichernde und armutsfeste Grundsicherung weiterentwickelt wird, in dem der Parteivorstand darauf hinwirkt, dass
◦ bessere Unterstützung, Qualifizierung, Coaching und psychosoziale Hilfe für Leistungsberechtigte bereitgestellt werden,
◦ der Sozialstaat auf Unterstützung und Respekt statt auf Misstrauen und Kontrolle ausgerichtet wird,
◦ eine Modernisierung und Effizienzsteigerung des Sozialstaates angestrebt wird, ohne Sozialabbau zu betreiben,
◦ es keine Wiederauflage der Agenda 2010 und keine pauschale Kürzung sozialer Leistungen gibt.
3. soziale Ungleichheit abgebaut und neoliberalen sowie rechtspopulistischen Forderungen eine klare Absage erteilt wird, in dem der Parteivorstand
◦ rechten und neoliberalen Debatten über vermeintliche „Arbeitsverweigerung“ entgegentritt,
◦ die Diskussion um das Bürgergeld auf die Ursachen von Armut und reale Probleme wie den Niedriglohnsektor, Wohnungsmangel und Bildungsungleichheit lenkt,
◦ Maßnahmen zur Verringerung sozialer Ungleichheit, insbesondere eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen und Erbschaften wie z.B. durch die Vermögenssteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer, in den Mittelpunkt stellt, statt populistischen Forderungen nachzugeben.
Deswegen fordern wir von der Sozialdemokratie, dass sie sich einsetzt für einen gerechten und modernen Sozialstaat, der Menschen schützt, Zusammenhalt stärkt und Vertrauen schafft.
Für eine Partei, die sozial bleibt.
Für ein Bürgergeld, das stärkt – nicht straft.
Für einen Sozialstaat, der Zukunft schafft.
Begründung
Wir, engagierte Mitglieder der SPD, erheben unsere Stimme gegen die aktuellen und geplanten Verschärfungen im Bereich des SGB II („Bürgergeld“) und fordern eine klare sozialdemokratische Haltung im Sinne der Solidarität, der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenwürde. Diese Werte dürfen nicht durch eine Politik infrage gestellt werden, die wieder auf Misstrauen und Strafe setzt.
Die Rückkehr zu repressiven Maßnahmen wie verschärften Sanktionen, Ausweitung von Zwangsmaßnahmen oder der pauschale Generalverdacht gegen Erwerbslose widerspricht unserem Grundverständnis von Sozialstaatlichkeit und unserem Verständnis von einem Sozialstaat, bei dem die Menschenwürde im Zentrum steht. Die SPD muss sich dafür einsetzen, dass die soziale Spaltung geringer wird. Die Verschärfung des Drucks auf arbeitslose Menschen bewirkt das Gegenteil und wird von uns abgelehnt.
Ein Rückfall in Hartz-IV-Mentalität gefährdet das soziale Klima in dieser Gesellschaft und untergräbt das Vertrauen in die Gestaltungsfähigkeit unserer Partei.
Die aktuellen Pläne verfehlen das Ziel, Menschen schneller wieder in Erwerbsarbeit zu bringen, weil sie auf Druck und Sanktionen setzen und dabei den Kern sozialdemokratischer Politik aus dem Blick verlieren. Ein Sozialstaat, der Menschen in Not unter Generalverdacht stellt, untergräbt das Vertrauen, das er braucht, um zu wirken.
Die SPD darf keine Politik mittragen, die Armut bestraft.
Wir rufen alle Mitglieder der SPD auf, dieses Begehren zu unterstützen.
Ich unterstütze das Mitgliederbegehren.